Care-Arbeit – nicht nur in der Krise unterstützen

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Josefine Paul

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Maria Klein-Schmeink

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Beschreibung

Bereits vor der Coronakrise haben wir immer wieder auf die Situation von Pflegenden und von Erzieher*innen aufmerksam gemacht. Zuletzt mit unserem Antrag „ Care-Arbeit in NRW sichtbar und besser unterstützen“. Seit uns die Pandemie im Griff hat, sind sie in den Blick einer breiten Öffentlichkeit gerückt, wie der abendliche Beifall zeigte. Auf einmal wird vielen Menschen klar, dass jetzt diejenigen am wichtigsten sind, deren Arbeit wir ansonsten als selbstverständlich ansehen und allzu oft übersehen.

Menschen in den sogenannten „Care“-Berufen stehen in wichtigen Lebensphasen an unserer Seite. Ihre Arbeit ist das Sorgen für andere Menschen: Hebammen für Neugeborene, Erzieher*innen für Kinder, Krankenschwestern und -pfleger für Kranke und Altenpfleger*innen für Ältere. Rund eine Million Beschäftigte in Deutschland versorgen jeden Tag pflegebedürftige Menschen in den Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten. Der überwiegende Anteil, über 70% der Beschäftigten in der Pflege, im Bildungs- und Betreuungsbereich oder im Einzelhandel, sind Frauen. Und in der privaten Sorgearbeit sieht es nicht anders aus, Frauen verbringen viel mehr Zeit damit als Männer, mehr Zeit und Kraft am Tag, mehr Zeit in ihrer Biographie.

In Krisenzeiten zeigt sich nun, wer „systemrelevant“ ist. Es sind insbesondere die Beschäftigten im Sektor der Care-Arbeit, die derzeit bis zur Erschöpfung alles tun, um den Laden am Laufen zu halten. Es sind gerade die Berufsgruppen, die, oftmals schlecht bezahlt, inmitten dieses Ausnahmezustands für andere da sind.

Dabei tragen die Beschäftigen in den Bereichen soziale Arbeit, haushaltsnahe Dienstleistungen, Gesundheit, Pflege und Erziehung eine hohe Verantwortung, während ihre Arbeit oft mit prekären Beschäftigungsverhältnissen, Niedriglohn und ungewollter Teilzeit einhergeht. Doch nicht nur die Bezahlung ist ein Problem. Viele Pflegekräfte in Deutschland kämpfen jeden Tag verzweifelt gegen Zeitdruck und schlechte Arbeitsbedingungen, um die ihnen anvertrauten Menschen so gut es geht zu versorgen. Erzieher*innen müssen gleichzeitig Windeln wechseln, trösten, vorlesen und zwischen Tür und Angel ein offenes Ohr für Eltern haben. Es fehlen überall Kolleginnen und Kollegen, um mit anzupacken oder die geforderten Dokumentationen zu verfassen.

Es freut uns, dass sie alle in dieser Krisensituation für ihre Arbeit viel Aufmerksamkeit und Anerkennung bekommen. Das ist richtig. Zu Recht wird unsere Forderung nach mehr Wertschätzung und einer besseren Entlohnung auch von anderer Seite immer lauter vorgetragen. Es werden einmalige Bonuszahlungen versprochen, die allerdings, so richtig sie sind, nur ein Anfang sein können.

Wir wollen jetzt und nach der Krise darüber sprechen, welche Berufe für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt wirklich wichtig sind. Und wir müssen diese attraktiver gestalten, durch bessere Ausgestaltung ihrer Arbeitsbedingungen, mehr Mitsprache- und Aufstiegsmöglichkeiten und gerechtere Bezahlung.

Die Sprecherin für Kinder, Jugend und Familie der Landtagsfraktion, Josefine Paul und die gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Maria Klein-Schmeink, wollen den Care-Berufen endlich den Stellenwert geben, den sie verdienen. Sie wollen mit Ihnen und Euch in diesem Webinar diskutieren: Wie sind Ihre und Eure Erfahrungen? Was ist in dieser Krisensituation und was ist langfristig zu beachten? Welche Hilfe erwarten Sie und Ihr von Seiten der Landes- bzw. Bundespolitik?

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